Steuern. Ich weiß, bei vielen geht sofort ein innerer Rollladen runter, wenn sie das Wort hören. War bei mir genauso. Jahrelang habe ich das Thema vor mir hergeschoben, weil ich dachte, das sei nur etwas für Leute mit Steuerberater und hohem Einkommen.
Aber weißt du was? Genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade wenn du wenig verdienst oder in einer Phase bist, in der jeder Euro zählt, kann die Steuererklärung bares Geld zurückbringen. Und die Frist für das Steuerjahr 2025 steht jetzt an.
Wann muss die Steuererklärung 2025 abgegeben werden?
Wenn du zur Abgabe verpflichtet bist, hast du bis zum 31. Juli 2026 Zeit. Das klingt noch weit weg, aber mal ehrlich — wie schnell ist der Juni vorbei? Und wenn du einen Steuerberater oder eine Lohnsteuerhilfe nutzt, verlängert sich die Frist auf den 1. März 2027, weil der 28. Februar ein Sonntag ist.
Falls du nicht zur Abgabe verpflichtet bist, sondern freiwillig abgibst, hast du sogar vier Jahre Zeit. Für das Steuerjahr 2025 wäre das bis zum 31. Dezember 2029. Aber ich sage dir aus Erfahrung: Warte nicht so lange. Je länger du wartest, desto mehr Belege gehen verloren und desto weniger Lust hast du, dich hinzusetzen.
Muss ich überhaupt eine Steuererklärung machen?
Nicht jeder ist verpflichtet. Aber in bestimmten Fällen schon. Du musst abgeben, wenn zum Beispiel:
Du bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt warst. Oder wenn du Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr hattest — das können Honorare sein, Mieteinnahmen oder auch Einnahmen aus einem kleinen Onlineshop. Auch wenn du Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Krankengeld über 410 Euro bekommen hast, bist du zur Abgabe verpflichtet. Das Gleiche gilt, wenn auf deiner Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen ist oder du und dein Partner die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt habt.
Falls keiner dieser Punkte auf dich zutrifft — mach sie trotzdem. Freiwillig. Denn die meisten Arbeitnehmer bekommen Geld zurück. Im Schnitt sind es mehrere hundert Euro.
Was ändert sich 2026 steuerlich?
Ein paar gute Nachrichten gibt es auch. Der Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro. Das bedeutet, dass ein größerer Teil deines Einkommens steuerfrei bleibt. Unterm Strich bleibt dir also etwas mehr Netto vom Brutto, ohne dass du dafür irgendetwas tun musst.
Außerdem steigt das Kindergeld auf 259 Euro pro Kind und Monat. Und für Pendler gibt es ab 2026 die erhöhte Pauschale von 38 Cent pro Kilometer — und zwar ab dem allerersten Kilometer, nicht erst ab dem 21. wie bisher. Das kann sich richtig lohnen, auch wenn dein Arbeitsweg nicht besonders lang ist.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Wenn du zur Abgabe verpflichtet bist und den 31. Juli verpasst, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Das sind mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat, den du zu spät bist. Das klingt erstmal nicht nach viel, aber es summiert sich schnell.
Mein Tipp: Wenn du merkst, dass du es nicht rechtzeitig schaffst, beantrage vorher eine Fristverlängerung beim Finanzamt. Das geht formlos, also ein kurzer Brief oder eine E-Mail reicht. Die meisten Finanzämter sind da kulanter als man denkt.
Mein ehrlicher Rat
Ich habe selbst Jahre gebraucht, bis ich verstanden habe, dass eine Steuererklärung kein Hexenwerk ist. Du brauchst keinen Steuerberater dafür, zumindest nicht als Angestellte oder Angestellter mit einem überschaubaren Einkommen. Es gibt mittlerweile so viele Tools und Apps, die dich Schritt für Schritt durchführen. Und das Finanzamt beißt nicht.
Fang einfach an. Sammle deine Unterlagen zusammen — Lohnsteuerbescheinigung, Kontoauszüge, Belege für Fahrtkosten oder Arbeitsmittel. Und dann setz dich einmal hin. Meistens ist das Schlimmste die Überwindung, nicht die Erklärung selbst.
Und das Beste daran? Es ist nie zu spät, anzufangen. Wenn du die Steuererklärung für 2025 noch nicht gemacht hast, hast du bis Ende Juli Zeit. Und falls du sogar noch die Erklärungen für 2022, 2023 oder 2024 nachholen willst — das geht auch noch. Vier Jahre rückwirkend. Das kann sich richtig lohnen.
Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung macht einen Unterschied.
Deine Sandra 💛
